Weser Kurier Juni 2012

Stimmungsvolle Atmosphäre

Das A-cappella-Quartett consonanz à 4 in unser Lieben Frauen

Ob hingegen Liszt, Elgar, Poulenc, Pärt oder Verdi: Sie alle betonen kompositorisch im Zusammenhang mit Maria vorwiegend das Mystische, das dem Weltentrubel Entrückte, aber gleichermaßen zutiefst Sinnliche, Tröstliche. Dies zu unterstreichen gelang dem Gesangsquartett auf faszinierende Weise. Angenehm moderate Tempi und fein dosierte dynamische Wechsel vermittelten eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Wunderschön und lieblich erklang „Mary´s Magnificat“ ein inniges Wiegenlied des zeitgenössischen Komponisten Andrew Carter. In besonderer Expressivität war auch die oft wiederholte Bitte um Marias Hilfe zu vernehmen, wie sie Arvo Pärt kunstvoll in Töne gesetzt hat.

Der besinnliche Charakter des Konzerts wurde unterstrichen durch reizvoll ausgeführte Orgelimprovisationen von Elmar Lehnen. Mal ließ er dunkle Harmonien pulsieren, über denen fein ausgeführte helle Melodielinien schwebten und sich zu einem kunstvollen Gespinst vereinigten. Oder er nahm die Tonfolgen aus Poulencs zuvor gesungenem „O Magnum Mysterium“ auf, um sie in immer neuen Variationen zu voluminösen Fortissimo-Harmonien kumulieren zu lassen.

Nach aller stilistisch und harmonisch breiten Fächerung romanitscher und neuerer Kompositionen bot Mozarts „Ave verum“ einen gemütvollen Schlusspunkt.

 

Von Gerd Klingeberg, WK, 5. Juni 2012